Dietrich Hummel: Flugsport in Braunschweig bis 1945

1924-1932

Erstes Motorflugzeug der Flugwissenschaftlichen Gruppe (FWG) MB 4 vom Typ HE 18 auf dem Flugplatz Braunschweig-Broitzem, 1924

Erstes Motorflugzeug der Flugwissenschaftlichen Gruppe (FWG) MB 4
vom Typ HE 18 auf dem Flugplatz Braunschweig-Broitzem, 1924

10 m-Schulgleiter des BLL am Ösel bei Wolfenbüttel, um 1927

10 m-Schulgleiter des BLL am Ösel bei Wolfenbüttel,
um 1927

Eine Neuorientierung des Flugsports in Braunschweig fand Mitte der 1920er Jahre statt, als sich die FWG dem Motorflug zuwandte. Sie konnte sich teilweise im Eigenbau verschiedene Motorflugzeuge beschaffen, sie rettete den von der endgültigen Schließung bedrohten Flugplatz Broitzem für die Stadt Braunschweig durch eine spektakuläre Planierungsaktion mit nachfolgendem Flugtag 1924, und danach übersiedelte 1927 die Deutsche Verkehrsfliegerschule (DVS) von Berlin-Staaken nach Broitzem. Mit Unterstützung durch das Reichsverkehrsministerium unterhielt die FWG bis 1932 einen umfangreichen Flugpark an Motorflugzeugen einschließlich einer Eigenkonstruktion MB 12. Sie war lange die einzige Motorflugsport treibende Gruppe in Braunschweig. Ihre Werkstatt befand sich bis 1929 im Flugtechnischen Institut der TH Braunschweig und danach auf dem Flugplatz Braunschweig-Broitzem. Ab 1929 beteiligte sich dann auch die DVS beim Motorflugsport. Herausragendes fliegerisches Ereignis war der zweimalige Sieg des Braunschweiger DVS-Fluglehrers Morzik beim Europaflug 1929 auf BFW M 23b und 1930 auf BFW M 23c gegen stärkste internationale Konkurrenz.

Schulgleiter Burglöwe des BLL am Schlosspark, 1928

Schulgleiter Burglöwe des BLL am Schlosspark, 1928

Sieger des Europarundflugs 1929: F. Morzik auf BFW M 23b

Sieger des Europarundflugs 1929: F. Morzik auf BFW M 23b

Segelflugsport wurde ab der Mitte der 1920er Jahre in Braunschweig nur vom Braunschweigischen Landesverein für Luftfahrt (BLL) betrieben. In der Werkstatt in der Orangerie des Braunschweiger Schlosses entstand nun eine Reihe von Schulgleitern, mit denen der BLL 1928 und 1929 am 9. und 10. Rhönsegelflugwettbewerb auf der Wasserkuppe teilnahm. Bei den heimischen Fluggeländen kamen der Schäferstuhl bei Salzgitter-Gitter und der Langenberg bei Harlingerode hinzu, aber noch 1931 wurde der letzte Schulgleiter des BLL wieder am Nussberg in Braunschweig eingeflogen.

Schulgleiter Brunswiek des BLL 1931 am Nussberg

Schulgleiter Brunswiek des BLL 1931 am Nussberg

Erster Windenstart eines Segelflugzeugs auf dem Flugplatz Braunschweig-Broitzem, 1931

Erster Windenstart eines Segelflugzeugs auf dem Flugplatz
Braunschweig-Broitzem, 1931

Zu Beginn der 1930er Jahre wurde im Segelflug der Windenstart eingeführt, wodurch dieser Sport im Flachland neue Möglichkeiten erhielt. Die erste Motorwinde des BLL kam 1931 in Betrieb. Zunächst flogen auf diese Weise die alten Schulgleiter, aber am 4. Oktober 1931 wurden von Kronfeld auf dem Flugplatz Braunschweig-Broitzem neue Übungs- und Leistungssegelflugzeuge mit allen verfügbaren Startarten vorgeführt. Der spätere General der Flieger Galland war 1932 Flugschüler der DVS. Sein privates Segelflugzeug Strolch und das baugleiche Grunau-Baby I des BLL waren die ersten Braunschweiger Übungssegelflugzeuge.

1933-1945